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Lusttropfen/Vorsaft

Wie gefährlich ist der Lusttropfen? Diese Frage taucht immer wieder auf, meistens im Zusammenhang mit dem Blasen. Die Antwort dazu lautet: Eine HIV-Übertragung über den Lusttropfen ist beim Blasen äußerst unwahrscheinlich, weil die Virusmenge in aller Regel sehr gering ist und der Lusttropfen durch den Speichel im Mund des Bläsers außerdem noch verdünnt wird. Anders aussehen kann es bei stark blutenden oder eitrigen Wunden (zum Beispiel durch eine Zahnerkrankung) und bei Geschwüren in der Mundhöhle (etwa durch eine sexuell übertragbare Erkrankung). In so einem sehr seltenen Fall kann HIV nämlich durch diese Verletzungen eindringen, wobei dann unter Umständen auch schon die geringe Menge im Lusttropfen für eine Ansteckung ausreichen kann. Im Zweifelsfall sollte man dann lieber ganz aufs Blasen verzichten oder ein Kondom verwenden, bis diese vollständig abgeheilt sind. Leichtes Zahnfleischbluten, beispielsweise nach heftigem Zähneputzen, ist in der Regel unbedenklich, da sich solche Wunden innerhalb kürzester Zeit schließen. Dennoch ist es nicht ratsam, sich eine Stunde vor oder nach dem Blowjob die Zähne zu schrubben!

Wer nun aber denkt: „Im Lusttropfen sind wenige Viren, dann kann ich ja auch mal kurz Analverkehr ohne Abspritzen haben“, liegt falsch: Zu einer HIV-Übertragung kann es auch ohne Sperma kommen, nämlich durch Kontakt zwischen den Schleimhäuten des Penis und des Enddarms: In der Schleimhaut befinden sich CD4-Zellen, die zu den Zielzellen von HIV gehören, und sog. Langerhans-Zellen, die HIV auch direkt aufnehmen und z. B. an CD4-Zellen weitergeben können. Beide Zellarten können sowohl in die Schleimhaut einwandern (und dort HIV aufnehmen) als auch wieder aus der Schleimhaut herauswandern und so zu einer Infektion führen, indem die Viren schließlich ins Blutsystem gelangen und im ganzen Körper verteilt werden.

Bei Syphilis und Co. sieht es ganz anders aus: Hier reichen unter Umständen schon geringste Mengen der Erreger aus, um sich zu infizieren. Wer öfter Sex mit wechselnden Partnern hat, sollte sich daher regelmäßig auf STDs untersuchen lassen: Rechtzeitig erkannt, lassen sie sich gut und effektiv behandeln.

Inahlt mit freundlicher Genehmigung der DAH-Kampagne “Ich weiß was ich tu”:
http://www.iwwit.de/wissen/lexikon